Pädagogische Hochschule Freiburg

Wenn sich Perspektive mit Daten und Zufall trifft: Vorschläge für das Arbeiten mit Diagrammen in der Grundschule

von Elke Kurz-Milcke und Sebastian Kuntze
Name der Institution: Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Art des Beitrags: Vortrag
Zugeordnet der Sektion: Lehrkräfte für „große Ideen“ sensibilisieren – Ansätze des Projekts ABCmaths

Perspektive ist eine große Idee in der Mathematik, in der Wissenschaft, Kunst und Kultur. Von wo aus und wie eine Sache betrachtet wird, bestimmt was sie bedeuten kann. Der Anthropologe Michael Tomasello (1999) beschreibt wie sich beim Menschen im frühen Alter von etwa neun bis zwölf Monaten eine für die menschliche Kognition und Kultur zentrale, sogar notwendige Fähigkeit auszubilden beginnt, die Fähigkeit zur Perspektivübernahme. Auch Statistik und Perspektive sind unzertrennlich. Ein Beispiel: Jede Bevölkerungsstatistik hebt einige wenige Merkmale und Kategorien hervor und impliziert unter Umständen auch eine Perspektive auf die (eigene) Person. Statistikunterricht trägt dem Tatbestand Perspektive zwangsläufig, aber nicht immer unbedingt aktiv und bewusst Rechnung. Wenn Perspektive auf Daten und Zufall in der Grundschule trifft, dann bieten sich interessante Möglichkeiten diese große Idee zu erkunden, zum Beispiel anhand der Konstruktion von Populationsdiagrammen. Wie konstruiert man ein Populationsdiagramm und was lässt sich darin abbilden? Mit der Konstruktion solcher Diagramme entstehen Fragen ganz spezifisch statistischer Art, u.a., zur Art und dem Abstraktionsgrad der Grundgesamtheit, zur Datenerhebung, zu Teilmengen und zu bedingten Häufigkeiten. Perspektive und ihre Bedeutung für die Stochastik verdeutlicht, dass große, übergreifende Ideen nicht etwa weg von spezifisch mathematischen Inhalten führen, sondern deren Gehalt in besonderer Weise hervortreten lassen.

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