Pädagogische Hochschule Freiburg

Grundschüler bearbeiten Deutungsaufgaben zu Anschauungsmitteln

von Anke Steenpaß
Name der Institution: Universität Duisburg-Essen
Art des Beitrags: Vortrag
Keiner Sektion zugeordnet

Mathematische Anschauungsmittel strukturorientiert bzw. symbolisch zu deuten, stellt in der Grundschule eine komplexe Anforderung dar. Voruntersuchungen im Projekt KORA („Grundschüler deuten Anschauungsmittel: Eine epistemologische Kontext- und Rahmenanalyse zur Förderung der visuellen Strukturierungskompetenz“ (gefördert vom BMBF)) zeigen, dass neben der „Visuellen Strukturierungskompetenz“ (Söbbeke 2005) auch die individuell eingenommene „Rahmung“ (vgl. Krummheuer 1984/ Goffman 1977) die Deutungen der Kinder zu Anschauungs-Aufgaben wesentlich beeinflusst. Im qualitativen Forschungsprojekt KORA erhalten die Kinder in einer kleinen intervenierenden Unterrichtseinheit Gelegenheit, verschiedene Deutungen zum Hunderterpunktefeld und zum Zahlenstrahl zu entwickeln, eigene Deutungen mit denen anderer Kinder zu vergleichen und so Mehrdeutigkeiten und zunehmende Strukturiertheit von Anschauungsmaterialien wahrzunehmen. Auf der Basis sorgfältiger interpretativer Analysen von klinischen Interviews – vor und nach der Intervention erhoben – werden Charakteristika von Herangehensweisen und eingenommenen Rahmungen der Kinder herausgearbeitet. Dabei ergeben sich Fragen wie z.B.: Welche individuelle Deutungen tragen Kinder an Anschauungs-Aufgaben heran? Wie können sich die Sichtweisen der Kinder verändern und weiterentwickeln? Im Vortrag sollen dazu anhand kleiner videographierter Beispielepisoden erste Analysen sowie Elemente eines Analyseinstrumentes in der Spannung zwischen Rahmung des Kindes und Kontextmerkmalen des Anschauungsmaterials vorgestellt werden.

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