Pädagogische Hochschule Freiburg

Linda, Ziegen und Krankenhäuser – Neues aus dem PROLOG-Projekt

von Georg Bruckmaier, Stefan Krauss, Martin Brunner
Name der Institution: Universität Regensburg/Luxemburg
Art des Beitrags: Vortrag
Keiner Sektion zugeordnet

Bei der letzten GDM-Tagung (München 2010) haben wir das PROLOG-Projekt zum logischen und probabilistischen Denken vorgestellt. Dieses Projekt – eine nationale Ergänzung der luxemburgischen PISA 2009-Studie – soll einleitend noch einmal kurz präsentiert werden. Das wichtigste Ergebnis war, dass berühmte kognitive Täuschungen (z.B. das „Ziegenproblem“, die „Linda-Aufgabe“, „Wasons Kartenwahlaufgabe“ etc.), die in PROLOG erstmals gemeinsam eingesetzt wurden,  nicht miteinander korrelieren. Es scheint also kein spezifisches Fähigkeitskonstrukt für die Lösung solcher Aufgaben zu geben.
Im diesjährigen Vortrag sollen die Ergebnisse zu den stochastischen Täuschungen im Einzelnen analysiert werden. Es stellt sich heraus, dass systematische Zusammenhänge gerade dann auftauchen, wenn die Aufgaben mit didaktischen Hilfsmitteln kognitiv vereinfacht repräsentiert werden (z.B. mit natürlichen Häufigkeiten statt mit Wahrscheinlichkeiten, mit realem statt abstraktem Kontext bei der Wason-Aufgabe, usw.). Während die Originalversionen der kognitiven Täuschungen also nur „zufällig“ gelöst werden, können stochastische und logische Fähigkeiten insbesondere dann greifen, wenn diese didaktischen Werkzeuge bereits bei der Aufgabenformulierung eingesetzt wurden.

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