Pädagogische Hochschule Freiburg

Zur Rolle der Physik im Mathematikunterricht

von Hans-Joachim Brenner
Name der Institution: Albert-Schweitzer-Gymnasium Erfurt
Art des Beitrags: Vortrag
Keiner Sektion zugeordnet

Die vorherrschende Orientierung an formalen Anwendungen und an Fähigkeiten zur Beherrschung von Kalkülen im Mathematikunterricht in den letzten Jahrzehnten führte zu erheblichen Defiziten bei der Ausbildung von mathematischen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler. Charakteristisch für die entstandene Situation sind eine unzureichend entwickelte Kultur bei der Erarbeitung von grundlegenden mathematischen Konzepten und des Begründens des gewählten Vorgehens; das weitgehende Ignorieren der engen Verwobenheit von Mathematik, Physik und Informatik; die Entgeometrisierung der Schulmathematik einhergehend mit einer Überbetonung algebraischer Methoden; die häufige Unkenntnis fundamentaler mathematischer Modelle; mangelhafte Fähigkeiten und fehlende Geduld beim Erarbeiten von Vorstellungen und beim Erfinden von möglichen Strukturen in Modellen. Eine Verschärfung der Situation ist durch die Überbewertung von Vergleichstests und Abschlussprüfungen sowie fehlender Muße beim Durchdringen von mathematischen Problemen und Methoden eingetreten. (Weiterhin ist die Anzahl von Unterrichtsstunden pro Woche viel zu gering.) Die zahlreichen Vorschläge der Mathematikdidaktik zur Verbesserung der Situation möchte ich im Vortrag durch weitere ergänzen. Mein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Entdecken bzw. Kennenlernen von besonders grundlegenden mathematischen Modellen. Man findet solche Modelle bei der Beschäftigung mit allseits bekannten Phänomenen in der Natur. Sie sollten in allen Klassenstufen Ausgangspunkt von Mathematisierungen sein; wobei mit wachsender Klassenstufe die Bedeutung des theoretischen Lernens zunimmt. Unterrichts-beispiele werden vorgestellt.

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