Pädagogische Hochschule Freiburg

Zum Einfluss von persönlichkeitspsychologischen Merkmalen und metakognitivem Monitoring auf Kontrollaktivitäten von Schülern beim Umformen von Termen

von Frank Pundsack
Name der Institution: Universität Osnabrück
Art des Beitrags: Vortrag
Keiner Sektion zugeordnet

Metakognitive Aktivitäten gelten in der mathematikdidaktischen Forschung als ein wesentlicher Prädiktor für den Lernerfolg. Vor allem die Kompetenz, seine eigenen Denkprozesse zu überwachen und zu kontrollieren, gerät mehr und mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit. Wir konnten z.B. in einer Pilotstudie mit Schülern der Sekundarstufe II zeigen, dass diejenigen Schüler, die ihre eigenen Denkprozesse bei der Kontrolle von Termumformungen überwachen, deutlich höhere Erfolgsquoten in einem Algebratest erreichen als Schüler, bei denen diese Monitoring-Prozesse nur unzureichend auftreten.
Zusätzlich zu diesen kognitiven Aspekten lassen die Analysen der Interviews die Vermutung zu, dass das personentypische Verhalten der jeweiligen Schüler den Lösungsprozess entscheidend beeinflussen kann. Es gibt jedoch kaum Forschungsarbeiten, in deren Fokus eine solche Interaktion von Kognitionen, Metakognitionen und weiteren persönlichkeitspsychologischen Ebenen, wie Affekte, Motivationen, Selbststeuerungen und Gewohnheiten stehen. Viele Arbeiten beschränken sich auf einzelne Systemebenen der Persönlichkeit, was zur Folge hat, dass vermutlich wesentliche Interaktionen unberücksichtigt bleiben.
Im Vortrag wird eine Studie vorgestellt, die diese Forschungslücke in Ansätzen schließen soll. Als Basis dient die Theorie der Persönlichkeits-System-Interaktionen (PSI-Theorie) nach Kuhl. Anhand von Beispielen wird vorgestellt, inwiefern unterschiedliche Verhaltensweisen bei der Kontrolle von Termumformungen durch unterschiedliche Konfigurationen von Persönlichkeitssystemen erklärt werden können. Erste Ergebnisse mehrerer Pilotstudien, in denen Instrumente der Entwicklungsorientierten Systemdiagnostik eingesetzt wurden, werden präsentiert und Querbezüge zwischen der mathematikdidaktischen Grundlagenforschung und der Persönlichkeitspsychologie gezogen.

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